Nur etwa 1,5 Autostunden von Trier entfernt liegt der Nationalpark Eifel, der erst 2004 offiziell gegründet wurde. Das ca. 110 km2 große Gebiet (4,3 % der Größe des Saarlandes :) ist im wesentlichen frei von menschlicher Besiedlung – was vor allem auch dadurch bedingt ist, dass ein Drittel der Fläche ehemaliges militärisches Sperrgebiet ist (Truppenübungsplatz Vogelsang). Der Nationalpark beherbergt den größten zusammenhängenden Buchenwald Europas und bereits mehr als 460 Tier- und Pflanzenarten, die auf der roten Liste stehen. Interessant am Konzept ist, dass man durch die Ablösung der in manchen Bereichen vorherrschenden Fichten-Monokulturen nach und nach eine neue “Wildnis” entstehen lässt.

Um den Park zu erkunden, hatten wir ein Pauschalangebot für den Wildnis-Trail gebucht (inklusive Gepäcktransport, vorgebuchter Unterkünfte, Rücktransfer und Infopaket). Der Weg erstreckt sich von Höfen bei Monschau bis nach Zerkall über insgesamt 85 km, die in vier Etappen bequem bewältigt werden können – wobei “bequem” natürlich abhängig von der eigenen Kondition ist. Anders als beispielsweise beim Schluchtensteig sind die Wege auch mit Hiking-Schuhen gut zu bewältigen – harte Wanderschuhe sind nicht notwendig. Die einzelnen Strecken sind sehr interessant – Wald, Wasser und freie Flächen wechseln sich schön ab. Auch die Beschilderung mit den stilisierten Wildkatzengesichtern ist hervorragend, es gab eigentlich an keiner einzigen Stelle Unklarheit darüber, welche Abzweigung wir nehmen müssen. Zu bemängeln an dem Weg ist eigentlich nur, dass es relativ wenige Plätze gibt, um Rast zu machen. Unsere anfängliche Befürchtung, dass der Weg sehr stark frequentiert sein könnte und man daher in einer Art “Prozession” umherläuft, hat sich überhaupt nicht bestätigt. Die meiste Zeit waren wir völlig alleine unterwegs. Stärker frequentiert waren eigentlich nur die Wege rund um die Hauptsehenswürdigkeiten, wie die Abtei Mariawald, die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang oder das “Geisterdorf” Wollseifen.
Positiv ist uns die gute Organisation durch die Monschauer Land Touristik aufgefallen und auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter in den einzelnen Nationalpark-Toren. Dort werden auch andere Aktivitäten wie beispielsweise geführte Wanderungen mit den Park-Rangern angeboten, so dass es auch durchaus als Tagesausflugsziel interessant sein kann, wenn man denn in der Nähe wohnt.
Mit unseren Unterkünften Haus am See in Einruhr (ACHTUNG: Das Hallenbad hat etwas von einem Eisbad; der selbstgebackene Kuchen ist allerdings hervorragend und entschädigt dafür!), Kurparkhotel in Gemünd und Pension Greuel in Heimbach-Hasenfeld waren wir durchweg zufrieden. In den einzelnen Etappenorten darf man natürlich keine großartige Abendunterhaltung erwarten.
Man kann sich sicherlich die Tour auch selbst organisieren – ob die (mögliche) Geldersparnis den zusätzlichen Zeitaufwand rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.





Letzte Kommentare